Bei der Kontinuität von Macht spielt die regierende Partei eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr sind die Verbindungen aus der Welt der Finanzen und Banken sowie Militärs und Unterwelten viel entscheidender, wobei alle Beteiligten eines gemeinsam haben: Geld ist das Bindeglied. Diese Verbindungen einmal genauer zu durchleuchten ist nicht unseriös, sondern zeigt auf, welche öffentlichen (und zum größten Teil inoffiziellen) selbst ernannten seriösen Protagonisten unseriös handeln und all diejenigen als unseriös diskreditieren, die ihre Machenschaften und Strukturen aufdecken.

Doch alleine die Beseitigung von privaten Interessen beziehungsweise die Beseitigung des Einflusses von privaten Unternehmen aus der Öffentlichkeit wird nicht die Gewalt von Korruption und Kriegen beenden. Es ist viel mehr erforderlich die Annahme über die Funktion des Staates zu überdenken, eine Bestandsaufnahme zu unternehmen, denn es ist schließlich die Organisation für das öffentliche Wohl, welches von den Mächtigen und Reichen entführt wurde und eben nicht mehr im Dienste des öffentlichen Wohls agiert. Vielleicht ist es auch nie zu diesem Zweck erschaffen worden. Vielmehr ist es in der heutigen Zeit zu einem Motor und Mittel von Deregulierungen und Liberalisierungen der öffentlichen Hand geworden.

Die öffentliche Hand ist das abstrakt der Interessen der Gesellschaft als lebende Gemeinschaft. Somit ist der Staat als Apparat selbst zum Problem geworden, der unterschiedlichen Kräften und Interessen ausgesetzt ist. Und weil der Staat das Gewaltmonopol des Militärs besitzt, wird er auch immer wieder und immerzu von privaten Interessen manipuliert. Der Staat ist eine Konstante Erscheinung im Gefüge der gesellschaftlichen Ordnung. Zwar sind seine Protagonisten austauschbar, aber die Grundstruktur bleibt bestehen. Da die Politik das Interesse der Öffentlichkeit des Staatsapparats vertritt, so ist es auch immer der Politiker der manipuliert wird. Selbst wenn die privaten geschäftlichen wie auch politischen unterschwelligen Beeinflussungen kommen und gehen, so bleibt aber der politische Staatsapparat selbst bestehen, der aufgrund seines unvermeidlichen Zwangs- und Monopolcharakters die korrumpierbarste aller Institutionen ist. So wird weiterhin Elend, Ungerechtigkeit, Ausbeutung und all die Benachteiligungen zugunsten der Mächtigen entschieden, die die abstrakte öffentliche Hand sowohl geistig wie auch materiell plündern.

Im Folgenden werden die Verbindungen und Netzwerke der Protagonisten aufgezeigt. Soweit es möglich ist, werden die inhaltlichen Gründe der Verhältnisse zueinander und untereinander zum Ausdruck gebracht. Quellen unterlegen das und fordern auf, noch tiefer und detaillierte in das Universum der Machenschaften von Verbindungen und Verstrickungen einzutauchen. Der heutige Drang zur Normalität und breiten gesellschaftlichen Akzeptanz von Militarismus und korrupten Seilschaften bringt das demokratische Verhältnis zwischen Gesellschaft, Staat und wirtschaftlichen Interessen in Gefahr. Deshalb ist es wichtig, die Namen der Seilschaften zu nennen und die Kontinuität der Machtstrukturen abzubilden, egal welche Parteien, Organisationen oder Unternehmen dahinterstecken. Transparenz ist wichtig für die gesellschaftliche Weiterentwicklung im demokratischen Gefüge der Macht. Intransparenz schwächt eine Demokratie und sie verkommt zu einem Werkzeug der Macht. Eine uninformierte Gesellschaft wird somit zum Spielball der Mächtigen.

Ein Beispiel für Intransparenz ist die Finanzkrise von 2007/2008. Der Gesellschaft wurde die Rettung der Banken durch Steuergelder glaubhaft verkauft, dass die CEOs von großen Geldinstitutionen zum größten Teil aus verantwortlicher Anteilnahme gegenüber der Gesellschaft und des Staates gehandelt hätten, obwohl sie in der ersten Instanz die Krise verursachten. Die Protagonisten des Staates zeigten große Anteilnahme und Verständnis gegenüber den Protagonisten der großen Finanzunternehmen und ignorierten auf der anderen Seite die Leidtragenden. Der öffentlichen Meinung wurde das Leid der Geldhäuser präsentiert, anstatt zu untersuchen, weshalb die Geldhäuser in der Not geraten sind. Ebenso wurden staatliche Regulatoren als Helden gefeiert, die auf mysteriöser Weise Lösungen präsentierten, um die Not der Banken umzuwandeln. Der Gesellschaft wurde nie erklärt, was wirklich passierte. Sie sollte es einfach hinnehmen, dass sie die Leittragenden sind und für die Not der Banken sich zu verantworten haben, obwohl sie in den Entscheidungsprozessen der Finanzwelt nie involviert war.

Der rettende Satz lautete: Too Big to Fail.
Oder anders gesagt: Wichtige systemrelevante Institutionen, die viel zu wichtig sind für den gegenwärtigen strukturellen Machterhalt müssen aufrechterhalten bleiben, um ihre Funktionen innerhalb der Machtstrukturen zu gewährleisten.

Bei der Entscheidung der Bankenrettung spielte die politische Ideologie keine besonders große Rolle, da die Banken Ideologie übergreifend als systemrelevant verstanden wurden. Die Auffassung, ob etwas systemrelevant ist oder nicht, ist in erster Linie eine Betrachtung des Blickwinkels. Die großen Geschäftsbanken und Investmentfonds sind nicht lebensnotwendig für die Menschen innerhalb der Gesellschaft, sondern wichtig für den strukturellen Machterhalt von Finanzen und Politik. Da jedoch beide Gruppen die öffentliche Meinung dominieren, ist es aus ihrer Sicht vollkommen verständlich, warum ihre Institutionen eine so große Bedeutung für das Funktionieren der gesellschaftlichen Ordnung zugesprochen bekommen. Und für die gesellschaftliche Ordnung sorgt nun einmal der Staat, der darin sein Monopol wahrnimmt. Die Protagonisten des Staats wiederum werden beeinflusst in ihren politischen Entscheidungen von den Entscheidungsträgern der Finanzen. Es ist ein Kreislauf aus gegenseitiger Einflussnahme und Abhängigkeiten.

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